Es gibt Spiele, die bleiben in Erinnerung. Das 6:5 gegen Bosporus Neukölln ist so eine Partie.

Dabei geht es nicht darum, dass elf Tore in einem Spiel bei strömenden Dauerregen auch in der Kirchenliga nicht so häufig vorkommen. Es ist die Dramatik, wie dieses Ergebnis am Ende zustande kam. Dabei sah es zu Beginn gar nicht so aus, dass es an diesem Tag zu einem dramatischen Verlauf kommen könnte. Die Frohnauer hatten das Spiel gegen den Tabellenvorletzten von Beginn an zunächst klar im Griff. Einzig das nicht konsequente Ausspielen der Torchancen führte dazu, dass es in der Anfangsphase keine Batzen-Führung zu vermelden gab. Erst als Denny Meissner bei seinem ersten Startelf-Einsatz das 1:0 nach mustergültigem Pass von Sebastian Dumkow erzielte, führte die überlegene Frohnauer Elf (24.). Kurz darauf hatte Bosporus eine Ecke. Der Schütze überraschte Keeper Lukas Weinert und verwandelte direkt (29.). Nur 100 Sekunden später nutzte Aykan Altay für die Batzen nach Foul an Christopher Stock einen Freistoß aus 30 Metern zum 2:1 (31.). Doch auch die Führung hatte nur kurz Bestand. Einen Abstimmungsfehler an der linken Außenlinie nutzte Bosporus zum 2:2-Ausgleich (35.).

Im zweiten Durchgang erhöhten die Batzen noch einmal das Tempo. Nach tollem Laufpass von Daniel Moerer legte sich Sebastian Dumkow den Ball zum Schuss vor. Sein Gegenspieler nahm ihm die Kugel ab und hob diese kunstvoll über den eigenen Schlussmann hinweg in den eigenen Kasten (55.). Dieses 3:2 währte nicht einmal 60 Sekunden. Der einzige Patzer des seit Wochen konstant gut spielenden Stephan Hörber nutzte Bosporus zum 3:3 (56.). Nun war die Partie ein offener Schlagabtausch. Da die Batzen aber mehr Tempo an den Tag legten, blieb den Neuköllnern öfters nur die Möglichkeit, den Gegner mit Fouls zu stoppen. Einen Freistoß kurz vor dem Strafraum verwertete Sebastian Dumkow zum 4:3 (79.). Doch auch diese Führung konnte nicht einmal eine Minute lang verteidigt werden. Da stand es dann 4:4 (80.). Nach Foul an Roger Özcan legte sich Axel Pfeifer den Ball an der Mittellinie zurecht. Sein Schuss wurde länger und länger und landete letztlich im Torwinkel (85.). Doch die Neuköllner brachen auch jetzt nicht ein. Und die Batzen konnten auch das 5:4 nicht über die Zeit bringen. So wurde die gesamte Batzen-Defensive ausgespielt und Torwart Weinert zum fünften Mal überwunden (89.). Unfassbar, zumal der diesmal wieder sehr souveräne Referee Murat Gürleyen (SV Buchholz) ja nicht für lange Nachspielzeiten bekannt ist. Noch unfassbarer ist jedoch, was jetzt passierte: Nach Pass von Roger Özcan nahm Niklas Ehling Maß und traf zum 6:5 (90.+1). In den folgenden 90 Sekunden gelang es Bosporus dann nicht mehr, erneut auszugleichen. So feierten die Batzen am Ende einen glücklichen, aber aufgrund der tollen Kampfmoral hochverdienten 6:5-Sieg.